Die Gaesdoncker Schulkirche

Die Gaesdoncker Schulkirche

„Das Taufbecken sieht aus wie ein Ufo...“

 

„... und die Orgel wie ein Tetrisspiel.“ Gottesdiensträume können die Fantasie anregen und zu einer tieferen Beschäftigung mit dem Kirchengebäude führen. Im Schuljahr 2014/2015 haben sich Schülerinnen und Schüler der Klassen 6c und 6d aufgemacht, die Einrichtung der beiden wichtigsten liturgischen Räume der Gaesdonck – der Schulkirche sowie der Schwesternkapelle – zu beschreiben und in der Art eines kleinen Kirchenführers vorzustellen. Dazu haben sie zunächst ihren ersten, oft assoziativen Eindruck festgehalten, nachher aber auch zur Funktion und Geschichte der jeweiligen Einrichtungsgegenstände in der Schulbibliothek und im Internet recherchiert. Herausgekommen sind viele interessante Texte, in denen Schulkirche und Schwesternkapelle aus der Perspektive derjenigen vorgestellt werden, die in ihnen auch regelmäßig Gottesdienste feiern.

Die Gaesdoncker Schulkirche

 

Ich finde, das Altarkreuz sieht aus, als ob es eine Million Euro wert ist. Mein erster Eindruck war deswegen „Wow, Gold!“, aber eigentlich ist es nur vergoldet. Es steht auf einem geschlängelten Eichenholzstab. Das Kreuz ist da, damit die Leute an Jesus denken, auch wenn er schon tot ist. Eigentlich müsste jeder die Geschichte des Kreuzes kennen, hier aber noch einmal die Kurzfassung: Jesus ist am Kreuz gestorben. Deswegen steht ein Altarkreuz in jeder katholischen Kirche. (Lennard Sturm, 6d)

 

Der Altar in der Schulkirche ist dezent und unter ihm ist ein schwarzer Kasten mit einem Kreuz darauf. Er hat vier abgerundete Ecken. Der Altar ist beige. Im Christentum erinnert der Altar unter anderem an das letzte Abendmahl, das Jesus am Abend vor seinem Tod gefeiert hat. Er ist daher auch als mensa domini (Tisch des Herrn) bekannt. Der Priester nutzt den Altar für die Wandlung der Gaben. (Theresa Fassin und Jana Basten, 6c)

 

Wenn man vor dem Altar steht, sieht man unter dem ihm einen schwarzen Kasten mit einem Kreuz drauf und man fragt sich: ,,Soll dort unten ein Grab sein?“ Ja, dort liegen Reliquien. Es sind Knochen, Besitztümer oder Überreste von dem Heiligen, dem die Kirche geweiht ist. Der Grabstein ist aus Marmor und nur mit dem Kreuz verziert. Früher gab es richtig große Gräber, in denen die heiligen Knochen gelagert waren. In ihrer Nähe fühlten sich die Menschen verbunden mit den Heiligen. Nach und nach bauten die Menschen Kirchen auf diese Gräber. Die Gaesdoncker Kirche wurde Maria geweiht, aber man weiß nicht genau, wem die Reliquien gehören. (Lis Beemelmans und Lotta Müller, 6d)

 

Wenn wir das Altarbild sehen, fragen wir uns immer direkt, wer das wohl gemalt hat. Der Maler muss sehr viel Konzentration und Fingerspitzengefühl gehabt haben, um das so hinzubekommen, wie es dort in voller Pracht hinter dem Altar steht. Es ist aus Holz. Der Künstler hat viele Farben wie Gold, Rot, Grün, Grau und Blau verwendet. In unserer Kirche ist das Altarbild klappbar. (Annika Velder und Jolie Derks, 6c)

 

Unser erster Eindruck vom Ambo in der Gaesdoncker Schulkirche ist, dass wir da gern einmal vorlesen würden. Er ist mit einem Mikrofon ausgestattet. Der Ambo ist hölzern und mit Schnitzereien ausgestattet. Das sieht hübsch aus, besonders die Adlerschnitzerei. Bestimmt ist er alt, er sieht nämlich etwas altmodisch aus. Die Ambos kamen im Mittelalter weithin außer Gebrauch. Damals hatten die Kirchen also keine Ambos. Aber nach dem Zweiten Vatikanum wurde er wieder eingeführt. Ambos gab es aber auch schon in den allerersten christlichen Kirchen. Sie wurden also auch in dieser Zeit schon benutzt. (Miriam Baumsteiger und Jan-Michel Rudolph, 6d)

 

Auf den ersten Blick ähnelt die Kanzel etwas einer Rakete wegen ihrer Spitze und ihrer Form. (Kilian Leibinger, 6d)

Wenn man die Kanzel sieht, denkt man sich sofort: ,,Da will ich mal rauf!“ Das haben sich auch viele Schüler aus unserer Klasse gedacht. Manche Schüler durften dann auf die Kanzel. Sie fühlten sich einfach toll. Man hat so ein Gefühl aus Macht und Lebendigkeit. (Lisa Braun, 6d) 

Unser erster Eindruck war, dass die Kanzel zwar relativ klein wirkt, aber mit schönen Mustern verziert ist. Die Kanzel besteht komplett aus Holz. Als Ort für die Predigt ist sie eine Erfindung des Predigerordens im 13. Jahrhundert. Je größer die Kirchen wurden und je mehr Bedeutung man der Predigt beimaß, desto höher wurden die Kanzeln und desto kunstvoller wurden sie. Früher wurden also von den Kanzeln aus die Predigten gehalten. Aber heute wird das in fast keiner katholischen Kirche mehr gemacht, weil die Lesungen vom Ambo aus vorgetragen werden und die Predigt über die Lesungen geht. Doch manchmal stehen Kanzeln wie jene auf der Gaesdonck immer noch in katholischen Kirchengebäuden. (Enno Huismann und Clarissa Hetjens, 6c)

 

Mein erster Eindruck von den Bänken in der Kirche war, dass sie weniger verziert sind als die Bänke in der Schwesternkapelle. Sie haben nicht so viele Muster. Sie sind auch nicht so alt

Das sieht man. Auf ihnen wird gesessen, gekniet und gebetet. Die Bänke sind erst seit dem Mittelalter in katholischen Kirchen zu finden. Die älteste erhaltene Bank steht in England. Sie stammt aus dem späten 13. Jahrhundert. (Fiete Peerenboom, 6d)

 

In vielen Kirchen des Christentums gibt es Mosaikfenster. Als ich in die Kirche der Gaesdonck kam, dachte ich mir: „Dieses Mosaikfenster hat nur drei Farben.“ Das fand ich zuerst ziemlich schlicht, weil die Fenster in den meisten Kirchen bunter sind. Die Funktion der Mosaikfenster ist eigentlich die gleiche wie bei normalen Fenstern. Sie machen die Kirche heller und durch die Farben bunter. Die Farbenpracht erzeugt aber auch eine geheimnisvolle bis feierliche Stimmung und wird deshalb überwiegend im sakralen Bereich verwendet. Die Gaesdoncker Mosaikfenster bestehen aus dreieckigen Glasplatten, die zusammen gefügt wurden. Sie sollen das Pfingstereignis darstellen. (Jannis Groesdonk, 6c)

 

Das ewige Licht hängt in der Gaesdoncker Schulkirche vor der Sakramentskapelle mit dem Tabernakel. Wenn man das Wort „ewiges Licht“ hört, fragt man sich: „Wie lange brennt das Licht denn wirklich schon?“ Das ewige Licht ist eine Kerze, die sich in einem roten Glas befindet. Der Boden des roten Glases ist aus Metall. Dieses Metall ist schwarz. Das ewige Licht hängt in der Regel vor einem Tabernakel und dient der Verehrung des Allerheiligsten. Dieser Glaube ist bis heute bei vielen Menschen geblieben. Von manchen wird es aber auch mehr als Dekoration gesehen. (Johanna Grote und Franziska Reintjes, 6c)

Als ich das ewige Licht zum ersten Mal gesehen habe, war meine Frage: „Warum hängt das da?“ Hier an der Gaesdonck ist es einfach nur rot und nicht etwa mit Regenbogenfarben versehen. Aber eigentlich gibt es keine Vorschrift, die sagt, dass das ewige Licht rot sein muss. Aber dennoch gibt es in vielen Kirchen das ewige Licht mit einem roten Schirm. Die Farbe dient wahrscheinlich zur Unterscheidung von anderen Votivlichtern. Das ewige Licht brennt nicht ewig, obwohl der Name sich so anhört. Am Gründonnerstag wird es nach der Übertragung des Ziboriums gelöscht und am Gloria in der Osternacht wieder entzündet, da der Tabernakel zwischenzeitlich leer steht. Das ewige Licht kam im 13. Jahrhundert über die orthodoxe Kirche nach Europa. Dort war das ewige Licht schon seit dem Jahre 400 in Gebrauch und wurde als Licht vor der Ikonostase aufgestellt. (Lars Hemmers und Paul Nicoll, 6c)

 

Der Tabernakel ist für die Aufbewahrung der Eucharistie in der Gestalt des Brotes da. Früher war er mit dem Altar verbunden, was heute aber nicht mehr gemacht werden soll. In unserer Schulkirche steht der Tabernakel deswegen in der Sakramentskapelle und nicht direkt beim Altar. (Annika Velder, 6c)

 

 

Unser erster Eindruck, als wir den Kreuzweg in der Gaesdoncker Schulkirche gesehen haben, war: „Alles ist aus Stein und als Relief dargestellt. Da sind gar keine Farben.“ Der Kreuzweg besteht aus 14 Bildern. Das war früher jedoch anders. Erst betete man nur an zwei Stellen, dann an weiteren Stationen. Die Geschichte des Kreuzweges begann im 14. Jahrhundert, als in Jerusalem die Franziskaner Führungen auf dem Leidensweg Christi für Pilger anboten. Diese brachten den Leidensweg in ihre Heimatländer, wo man ihn als Kreuzweg nachbildete. Seit den 1970er Jahren gibt es übrigens auch Kreuzwege für Kinder und Jugendliche. Die Funktion des Kreuzweges ist, dass man die Leidensgeschichte Jesu nachvollziehen kann. (Mahee Derricks und Rebecca Koppers, 6c)

 

Der erste Eindruck ist, dass die Marienfigur sehr wertvoll sein muss, gerade auch wegen der Vitrine, in der sie steht. Sie wurde um 1500 von einem Bildhauer namens „Meister von Elsloo“ geschaffen. Auch wenn sie schon ein halbes Jahrhundert existiert, hat sie nicht viel von ihrem Glanz verloren. Es musste bis heute nur die Farbe ein bisschen aufgefrischt und eine abgesplitterte Ecke ergänzt werden. Die Figur ist in etwa einen Meter groß und stand vor der Restaurierung nur auf einem Sockel. Erst ein geschultes Auge hat erkannt, dass sie von Elsloo gemacht wurde. (Jost Rademacher, 6d)

 

In der Schulkirche steht die Orgel oben auf einem großen Podest. Sie ist aus Holz gefertigt und dunkelbraun. Daneben steht eine Lampe. Ansonsten ist sie nicht sehr geschmückt. Die Orgel erinnert an ein Tetrisspiel: rechts eine große Holzsäule, daneben eine eher kleine würfelförmige Säule und dann links daneben ein Quader. Wenn man sich die Register und die Tastatur angucken möchte, muss man einen Kasten öffnen. Die Orgel soll in der Kirche den Gesang begleiten und für eine angenehme Atmosphäre sorgen. Der Klang der Orgel wird durch Druckluft erzeugt, der durch Pfeifen geblasen wird. Etwa ab dem 10. Jahrhundert gibt es Orgeln in vielen Varianten in den Kirchen Europas. (Mia-Maylea Richter, 6d)

 

Die Osterkerze ist so groß, dass wir gedacht haben, ein Riese hätte sie gebaut. Aber gleichzeitig ist sie auch prachtvoll. Sie besteht aus cremeweißem Wachs, darauf ist eine rote Wachsplatte in Gestalt eines Kreuzes angebracht. Über dem Kreuz und unter dem Kreuz steht jeweils ein A und ein O. A steht für Alpha, es ist der Anfang des griechischen Alphabetes. Das O steht für Omega, es ist der allerletzte Buchstabe des griechischen Alphabetes und steht für das Ende. Und jeweils am Ende des Kreuzes ist ein großer, roter Nagel und dieser steht für die Wunden Jesu. Doch unsere erste Frage war: Wenn diese Osterkerze so wichtig ist, warum ist sie dann nicht so schön verziert wie der Tabernakel, der Altar oder der Ambo? Die Antwort ist aber ganz einfach, denn auf der Welt sehen alle Osterkerzen fast gleich aus und man kann nicht überall aufwendige Verzierungen herstellen. (Xiaotong Huang und Annika Rühlke, 6d)

 

Weil der Priesterstuhl so verziert ist und der schönste Sitz der Kirche ist, muss da eine hohe Person sitzen. Der Stuhl ist aus braunem Holz und die Sitzfläche aus beigem Leder. Er hat auch Rückenlehne und Armlehnen. (David Naß und Lasse Kühne, 6c)

Der Priesterstuhl steht im Altarraum. Mein erster Eindruck war: Er ist ziemlich alt. Der Sitz ist für den Leiter der liturgischen Feier und wird auch Vorstehersitz genannt. Für den Bischof ist in seiner Kathedrale die Kathedra vorgesehen. Neben dem Priestersitz gibt es zwei Sitzgelegenheiten für die Messdiener. (Kai Nehnes, 6c)

 

Wenn man in die Schulkirche kommt und das Weihwasserbecken sieht, das aussieht wie ein großer, runder Stein, der von innen ausgehöhlt ist, denkt man: Wenn er dir auf die Füße fällt, tut das sehr weh. Das Becken aus Stein ist grau und schwarz. Er ist an der Wand angebracht. Das Weihwasserbecken ist dazu da, dass man ein Kreuzzeichen mit dem Weihwasser machen kann, wenn man in die Kirche kommt oder sie verlässt. Dazu taucht man dann die Finger in das gesegnete Wasser. Weihwasserbecken gab es schon in den alten römischen Kirchen. Meist wurden sie da an Säulen angebracht. (Hannes Kreutz, 6d)

Auf den ersten Blick sieht das Weihwasser genauso aus wie normales Trinkwasser. Aber es ist nicht normal, weil es ja gesegnet ist. Es befindet sich in einer Schale aus Stein, die schwarz mit weißen Flecken ist. Das Weihwasser ist auch gleichzeitig Taufwasser und wird bei einem kleinem Kind über den Kopf gegossen. Das Weihwasser wird nur einmal im Jahr gesegnet und das ist an Ostern. (Kilian Leibinger, 6d)

 

Das Taufbecken steht in der Sakramentskapelle der Kirche und wirkt auf mich wie ein Ufo auf vier Stelzen, was gleich in die Luft steigt. Mir gefällt der weiße Edelstein, der die Spitze des Beckens besetzt, sehr gut, weil alles so kunstvoller damit aussieht. Auch das getupfte Muster, was heraussticht, sieht interessant aus. Durch seine matte, bronzene Farbe wirkt es etwas dunkel. Dürfte ich es gestalten, hätte ich ein leuchtendes und prächtiges Gold gewählt und es nicht unbedingt auf das hohe Gestell gesetzt. Das Becken besteht aus Metall und man benutzt es zum Aufbewahren geweihten Wassers, mit dem Menschen zu Christen getauft werden. Aus gesundheitlichen Gründen werden Täuflinge heutzutage aber oft nur noch mit dem Wasser bespritzt, nicht mehr untergetaucht. Im Großen und Ganzen ist das Taufbecken ein Gegenstand, der uns alle zu etwas Besonderem gemacht hat und auf der Gaesdonck einen guten Platz hat. (Maren Jansen, 6d)

 

Das neue Gotteslob, das es auf der Gaesdonck gibt, sieht auf den ersten Blick aus wie ein kalter, grauer Stein. Doch wenn man es aufschlägt und die Lieder liest und singt, wirkt es doch sehr fröhlich und aufgeschlossen. Es ist aus stabiler Pappe und weniger stabilem Papier, das glatt und weich ist. Eine Frage, die man sich dazu stellt, ist, wozu dieses Dreieck auf dem Umschlag gut ist. Der Gedanke, der dahinter steckt, ist aber nicht sehr kompliziert. Denn auf vielen Büchern, die von Jesus handeln, ist ein Kreuz abgebildet. Und so dachte sich der Illustrator, dass er sich etwas Neues einfallen lassen könnte. So er malte ein Dreieck für die Dreifaltigkeit Gottes. Das erste Gotteslob gab es bereits im 19. Jahrhundert. Das zweite vatikanische Konzil und seine Liturgieform waren ein wichtiger Auslöser für die Entstehung eines gemeinsamen deutschsprachigen Gesangbuchs, das 1975 erstmals erschien und Gotteslob genannt wurde. Seitdem kennen wir das Gotteslob und singen gemeinsam Lieder aus ihm. (Annika Rühlke und Xiaotong Huang, 6d)  

 

 

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