Ein Wintermärchen...

Randa Winter 2016/17

Es war einmal ein fernes Land, das früher zu Helvetien gehörte. Es begab sich zu jener Zeit, dass eine entdeckungsfreudige Gruppe verschiedensten Alters und Geschlechts, die meisten jedoch Kinder, dazu entschloss, vom weit entfernten Germanien die lange und entbehrungsreiche Reise in den Süden anzutreten. Allen Widrigkeiten zum Trotz erreichten sie mit ihrem stählernen Höllengefährt eine abgelegene Hütte am Fuße eines gigantischen Geröllfeldes. Riesen, so sagt man, kämpften hier vor langer Zeit und brachten durch ihr Beben und mächtige Erschütterungen die Bergflanke zum Einsturz. Hoch über ihnen ragte ein gigantischer Gletscher empor. Dieser wirkte so einschüchternd und schön zugleich, dass man meinen könnte, die Eiskönigin hätte dort ihr Schloss errichtet.

 Eine Vorhut hatte bereits das Gebiet erkundet und die verlassene Unterkunft wohnlich hergerichtet, sodass die Reisenden eine märchenhafte Küche und einen frisch renovierten Schlafsaal erwarteten.
Leider war uns die gute Frau Holle zunächst nicht besonders gut gesonnen – bei der Ankunft erwartete uns eine weite grün grau braune Landschaft. Bis sie jedoch ihre großen Kissen schütteln würde, sollte noch eine gewisse Zeit ins Land gehen. Dank neuartiger Erfindungen, wie eisernen Turbinen, die etwas produzierten, dass so aussah wie Feenstaub, war es uns trotz allem möglich mit unseren Ski die Pisten und das umliegende Land zu erkunden. Unglücklicherweise brachte diese risikoreiche Art der Fortbewegung prompt einige Verletzte mit sich, bei deren Versorgung selbst der weise Wunderheiler ratlos war. Des Weiteren kam es durch tollpatschiges Verhalten zu dem zwischenzeitlichen Verlust eines Helmes, der eine steile Schlucht hinabsegelte, sodass Reiseleiter Bernd, das personifizierte Rumpelstilzchen, diesen unter riskanten Umständen bergen musste.
Und beim Thema „Bad“ stellte sich dann noch die Frage: „Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die/der Schönste im ganzen Randa-Land?“ Damit einhergehend entfachte sich DER Duschkrieg, welcher vor allem die Ansprüche von Kalt- und Warmwasserressourcen klären sollte. Bündnisse wurden geschmiedet und Verträge geschlossen, sodass am Ende jeder sauber war.
Auf Zauberer traf man in diesem verlassenen Tal besonders häufig. In Begleitung von Narren und bunten Fantasiegestalten führten sie zu beinah endlosen Wizard-Runden.
Gezaubert wurde auch am legendären Zermatt-Abend im Schneewittchen. Unser männliches Dornröschen musste sanft von der Security geweckt werden, da der Prinz nicht ins geheime/ stille Örtchen vordringen konnte. Wach geküsst wurde er dann aber liebevoll von einem Schienbeintritt. Am selben Abend ereignete sich auch das Märchen von Simon, alias „Hans im Glück“, der auf charmante Art und Weise und nicht ganz freiwillig 50CHF in die örtliche Musikerszene investierte. Frei nach dem Motto: „Schmeisst die Fuffis in den Club und singt We build this city.“
Der märchenhafte Silvesterabend begann mit einem glamourösen Essen an festlicher, beinahe königlicher Tafel. Unter lodernder Flamme köchelte im Hexenkessel zu später Stunde der Zaubertrank-Wunschpunsch (Feuerzangenbowle). Allen Teilnehmern wurde ein ordentlicher Schluck in ihren Krug gefüllt. Allen außer Werner. Dieser war als Kind in den Zaubertrank-Wunschpunschkessel gefallen, weshalb seine Lebensration bereits ausgeschöpft war. Daraufhin folgte das disneyhafte Feuerwerk. Aufgrund von Waldbrandgefahr und absolutem Feuerwerkabschussverbot kam es zu folgendem Dialog
A: „Können wir nicht doch ein kleines Feuerwerk machen?“
B: „Nein!“
C: „Da vorne im benachbarten Ort wurde aber gerade etwas gezündet!“
B: „OK. Es wird einmal zurückgeschossen“
A: „Na klar. Eine Feuerwerkbatterie!“
Wodurch es schlussendlich doch wieder Pums Rohrkrepierer zu bestaunen gab.
In anschließender gemütlicher Runde artete eine entspannte Partie Halli-Galli in einen feucht-fröhlichen Zauber aus. Der Wember Landadel verstand es dabei das Kevelaerer und Weezer Proletariat nach allen Regeln der Kunst abzuschießen. Dank zerbrochener Scheibe war für das Glück im kommenden Jahr gesorgt.
Für Gelächter sorgte am nächsten Abend das Spiel Bühne auf-Vorhang frei…was zu märchenhaften Geschichten und für zauberhaftes Schauspiel sorgte! Weniger lustig war der Besuch der zornigen Eiskönigin im sonst so ruhigen Waschsaal, der zur völligen Verwüstung dessen führte.
Der vorletzte Abend wurde vom „Tischlein deck dich“ begleitet, welches für einen ausgewählten Kreis an Teilnehmern, reich bedeckte Teller mit edelstem Käse und feinster Wurst, dazu erlesenen Wein bereithielt.
Begleitet wurde die gesamte Fahrt vom verwunschenen Zauber der bösen Männergrippe, der beinahe zu dem Verlust einiger männlicher Teilnehmer geführt hätte. Ob wohl alle vom selben vergifteten Apfel gegessen haben?
Ein märchenhaftes Dankeschön gilt allen, die zum wundervollen Gelingen dieser Freizeit beigetragen haben. Besonders hervorzuheben ist das Küchenteam um Puky, Pum, Huyben und Robert mit seinen vielen kleinen tüchtigen Heinzelmännchen, welches Tag für Tag die fantastische Verpflegung der Reisegruppe gewährleistete. Hervorragende und aufopferungsvolle Leistungen erbrachten wie jedes Jahr die Skilehrer aus dem Hause Schalück und Verbeek. Ein großartiges Hoch schlussendlich auf das Leitungsteam, das in gewohnter Manier hervorragend organisierte, plante und vorbereitete und stets einen Plan B auf Lager hatte. Danke an alle für diese gelungene Freizeit!
Kurz vor der Abfahrt überraschte dann doch noch einmal Frau Holle, wobei ihr festes Kissenschütteln mehr Sturm als Schnee brachte. Hierdurch kamen wir dem Traum von einem wahrgewordenen Wintermärchen endlich näher. Zu guter Letzt noch ein wohlgemeintes “ Düdüb dü dü“ (Zitat: Winnie Puh)…
Und wenn sie nicht gestorben sind, dann reisen sie auch im nächsten Jahr in dieses Winterwunderland…

 

 

 

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